Schreibe deine Ausgaben auf

Bist du knapp bei Kasse und möchtest mehr aus deinem Geld machen? Weisst du zum Beispiel wie viel du im Monat für Lebensmittel ausgibst? Wie viel für auswärtige Essen/Restaurant und Barbesuche?

Wie viel gibst du für deine Freizeit aus? Auch wenn du die Ausgaben grob schätzst, empfehle ich dir all deine Ausgaben für 1 Monat lang aufzuschreiben.

Beim bewussten Umgang mit Geld sehe ich sehr viel parallellen zur bewussten Ernährung. Du musst ungefähr wissen, wie viel Kalorien du zu dir nehmen kannst und welche Lebensmittel wie viel Kalorien haben. Wenn du in letzter Zeit zugenommen hast, oder ein wenig abnehmen möchtest, wäre es sinnvoll für eine Zeit die Kalorien zu zählen und aufzuschreiben was du gegessen hast. Dann entdeckst du nämlich versteckte Kalorien, wie die Milch beim Kaffee oder der Orangensaft beim Frühstück. Du dachtest vielleicht, dass wenn du nur einen kleinen Croissant und einen kleinen Orangensaft zum Frühstück zu dir nimmst du Kalorien sparst, weil die Menge ja so wenig ist und du nicht so satt wirst. Wenn du die Kalorien zählst, wird dir aber bewusst, dass es viel bessere alternativen zum Orangensaft gibt und so du noch mehr „unnötige” Kalorien sparen oder ersetzen könntest.

Beim Umgang mit Geld ist es genau gleich. Wenn du darauf angewiesen bist, deine Ausgaben runter zu schrauben, kommst du nicht um das Schreiben deiner Ausgaben herum. Du musst aber auch nicht in einer Notsituation sein. Ich empfehle Dir jede deiner Ausgaben für 1 Monat lang jeden Tag aufzuschreiben. Am besten schriebst du als Notiz in dein Handy, wie viel du für was ausgegeben hast. Ende des Monats kannst du deine Ausgaben auswerten. Du wirst mit Sicherheit Ausgaben entdecken, bei denen du überrascht sein wirst, wie viel Geld sie dir im Monat kosten. So kannst du unnötige Ausgaben reduzieren und mehr Geld für sinnvollere Ausgaben verwenden. Unnötige Ausgaben sind in meinen Augen Powersuperhightechmüsli für 10,-/20,- Franken. Heutzutage kannst du ja dein Müsli im Internet selber zusammenstellen. 500g für 20,- Franken. Ein Schnäppchen… Dabei bekommst du Haferflocken für 1.20-. Acai, Quinoa, Goji, Amaranth usw. Sind zwar sehr im Trend, wenn du aber nachliest, sind diese Superfoods aufgeblasene Marketing-gags (Hier ein Artikel dazu).Haferflocken, Leinsamen, Hirse, Zitrone, Orange, Kiwi sind ähnlich gesund, kosten aber 5 Mal weniger. Ähnlich finde ich unnötig jeden Tag für einen Smoothie 4,- im Supermarkt und 9-10,- Franken im Restaurant auszugeben. Du kannst die Smoothies auch Zuhause machen mit deutlich günstigeren Zutaten. Wenn du nicht auf Smoothies verzichten willst, kaufe lieber die grösseren Flaschen und wenn möglich im Discounter wie Aldi oder Lidl.

Die Proteinshakes gehören auch in dieser Kategorie. Die Grosskonzerne haben gemerkt, dass wenn sie auf die Verpackungen von Magerquark „reich an Proteinen” draufschreiben, sie mehr verkaufen können, da heutzutage Proteine sehr in Mode sind (Hier ein Artikel dazu). Ausserdem sind einige Shakes nicht nur reich an Proteine sondern reich an Zucker! Proteine sind was gutes, lass dich aber nicht zu überteuerten Proteinprodukten verleiten. Es gibt auch günstige alternativen mit dem gleichen Proteingehalt für den halben Preis. Wenn du die Proteine nötig hast, bestelle dir Eiweisspulver im Internet.

Früchte und Gemüse schmecken nicht nur saisonal am besten, sie sind auch ausserhalb der Saison sehr teuer. Ich finde es nicht in Ordnung im Februar Spargeln, Erdbeeren und Wassermelonen für den 3fachen Preis zu kaufen, die nach nichts schmecken. Lieber warte ich bis saison ist und dann schmecken die Früchte auch dementsprechend.

Wenn du deine Ausgaben aufschreibst, könnte dir auffallen, wie viel Geld du zum Beispiel für Kaffee ausgibst. 3 Kaffeekapseln pro Tag sind 1.50- und 45,- Franken im Monat. Vielleicht findest du das ok, vielleicht denkst du aber das ist eigentlich zu viel und möchtest deine Ausgaben dafür senken. Es wäre dir aber nie aufgefallen, wenn du deine Ausgaben nicht aufgeschrieben hättest. Jeder hat andere Präferenzen und der eine kann auf Smoothies nicht verzichten, dafür findet er aber seine Ausgaben für Restaurantsbesuche zu viel. Der andere findet es ok jeden Tag für 17,- Franken Mittag zu essen (17,-*22 Arbeitstage im Monat= 374,-), weil er keine Lust hat günstiger zu essen und zu kochen, dafür findet er es nicht ok, dass sein Frühstückssandwich von 6,- (6*22,-=) 132,- Franken im Monat kostet, weil er eigentlich den Sandwich gar nicht so toll findet.

Auch wenn du schon mal deine Ausgaben aufgeschrieben hast und du denkst, dass du mit deinen Ausgaben im reinen bist, empfiehlt es sich immer wieder Mal, nach 1-2 Jahren die Ausgaben erneut aufzuschrieben. Die Vorlieben ändern sich. Statt günstigen Gurken kaufst du plötzlich teure Avocados und plötzlich isst du vermehrt Büffelmozarella mit Prosciutto Schinken. Die Heidelbeeren für 8.90- sahen auch lecker aus, doch wenn du all das aufschreibst, findest du vielleicht, dass du mehr ausgibst, als dass dir diese Lebensmittel Wert sind. Vielleicht sind sie es Wert, dann ist es ok. Vielleicht entdeckst du aber Ausgaben, die zwar teuer, dir aber gar nicht so viel Wert sind. Darum geht es.

Du fragst dich, warum so kleinlich, ich spare doch schon 500,- Franken im Monat. Darum geht es aber nicht. Was ist, wenn du 700,- sparen könntest? Du musst dabei auf nichts verzichten. Du sollst nur ab und zu überprüfen, ob deine Einkäufe dir tatsächlich so viel Wert sind, wie viel du dafür ausgibst. Die 200,- gesparten Franken könntest du auch sinnvoller verwenden, als für Lebensmittel auszugeben, die dir gar nicht so viel geben, als wie viel du für sie bezahlt hast.

Hast du schon mal deine Ausgaben 1 Monat lang aufgeschrieben?

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