Warum Millenials schlechter dran sind

Als Millenial wird jemand bezeichnet, der zwischen 1981-1996 geboren wurde.  Technischer Fortschritt, soziale Bedingungen wie Chancengleichheit, Sozialstaat, oder der Zugang zu Medizin und die sinkende Anzahl Armutsbetroffene Weltweit sind positive Entwicklungen der letzten Jahrzehnte. Trotzdem schreiben die Medien, dass Millenials aus der Mittelschicht heute schwieriger haben, als ihre Eltern es damals hatten. Woran liegt das? 

Die Medien schreiben Folgendes dazu

Die Dotcom-Blase 2001 und vor Allem die weltweite Finanzkrise 2008 haben tiefe Spuren hinterlassen. Millenials kamen gerade zu dieser Zeit in die Berufswelt. Die Finanzkrise hat die Häuserpreise, Ersparnisse und Jobs zerstört. Plötzlich war das Haus nur noch halb so viel Wert. Die leicht vergebene Kredite müssten aber in voller Höhe zurückbezahlt werden. Viele Leute wurden arbeitslos, weil die Unternehmen kein Geld mehr hatten. Die hohe Arbeitslosigkeit hat auch die gut ausgebildete getroffen, denn es war schwer gute Jobs zu finden. Viele blieben Jahre auf der Strecke und verdienten vorerst nichts. Vor Allem in den USA haben Millenials gelitten, da dort die Studierende ihre Ausbildung mit Studentenkrediten finanzieren. Die Höhe der Studentenkredite ist in den letzten Jahren stetig gestiegen, wohingegen die Löhne wegen der tiefen Inflation und der schlechten Wirtschaft kaum gestiegen sind. Millenials sind also in den ersten 10 Jahren ihrer beruflichen Tätigkeit wegen den steigenden Studentenkrediten, wenige Anzahl offene Stellen, niedrige Lohnsteigerungen nicht vorangekommen. Es war auch die Zeit, als viele Familien in den USA ihre Häuser verloren, weil sie von der Immobilienkrise direkt betroffen waren. Diese Verluste traffen Millenials direkt oder indirekt durch ihre Eltern. 

Die Zahl der unter 35 Jährigen Immobilienbesitzer ist seit 10 Jahren rückläufig

Der Wunsch ist nach wie vor da, jedoch ist es für Millenials schwieriger sich ein Eigenheim zu leisten als früher. Der Anteil 18-34 jährigen, die noch Zuhause wohnen, ist hingegen gestiegen. Millenials lassen sich auch bei der Eheschliessung und bei Kinder Zeit. Die Zahl der Neugeburten ist auch seit Jahren in den Westen rückläufig. Weniger Nachkommen haben die Konsequenz, dass das Rentenproblem in 30 Jahren sehr problematisch sein wird. Es müssen weniger Leute für mehr Rentner aufkommen. Die höhere Ausbildungskosten können einige dieser Erkenntnisse erklären. Verständlicherweise will man mit Ausbildungskrediten und in der Ausbildung noch mit dem Ausziehen und Familie gründen Zeit lassen. Die Scheidungsrate ist hingegen bei den Millenials kleiner als bei den Generationen davor. 

Quellen: 

(https://www.fuw.ch/article/millennials-haben-viel-aufzuholen/https://www.fuw.ch/article/millennials-haben-viel-aufzuholen/

https://www.fuw.ch/article/die-verlorene-generation-der-millennials/)

https://www.businessinsider.com/baby-boomers-caused-millennials-destructive-spending-habits-2017-6?r=US&IR=T

https://www.businessinsider.com/millennials-kill-industries-because-poor-fed-report-2018-11?r=US&IR=T

Ich denke, da gibt es auch noch andere Gründe – meine Meinung

Der Zugang zur Bildung hat in den letzten Jahren stark zugenommen, was eigentlich positiv ist. Es gibt viel mehr Hochschulabsolventen. Die Konsequenz daraus ist, dass es viel mehr qualifizierte Arbeiter als früher hat. Gleichzeitig werden wegen der Globalisierung geringqualifizierte Jobs in den Westen weniger benötigt. Frühar gab es deutlich mehr produktorientierte Jobs als heute. Heutzutage sind diese durch technischer Fortschritt oder billigere Arbeiter in anderen Ländern ersetzt worden. Mit sinkender Nachfrage sind solche Arbeiter weniger gefragt und werden auch tendenziell schlechter entlohnt. Das heisst, ein Arbeiter ohne Ausbildung wird sehr schwer haben, so viel zu verdienen, dass er zur Mittelschicht gehört. Aber auch die qualifizierten Arbeiter haben es schwieriger ein Job zu finden. Ich habe das Gefühl, dass die Anforderungen an den Durchschnittsangestellten heute viel höher sind, als vor 20-30 Jahren.Während früher jemand mit einem Hochschulabschluss heiss begehrt war, muss heute ein Hochschulabsolvent noch Berufserfahrung im Bereich sammeln, zusätzliche Zertifizierungen nachweisen, am besten 3 Sprachen fliessend beherrschen und auch noch einen Auslandsaufenthalt gemacht haben. Dann hat er eine Chance ein Praktikum zu bekommen.

Früher waren einfache Fabrikarbeiter in der Mehrheit. Heute liegt die Mehrheit der Jobs im Dienstleistungssektor wie Banken, Versicherungen und IT. Während das Wissen im Westen (USA, Europa) gefragt wird, werden die Produkte im Osten (Osteuropa, Asien) hergestellt, da dort die Produktionsarbeiter billiger sind. Im Westen (Europa, USA) fand also eine Verschiebung vom Produktionssektor zum Dienstleistungssektor statt. Der Durchschnittsarbeiter braucht eine höhere Ausbildung. Er muss also länger studieren, Praktika machen und startet später ins Berufsleben als ihre Eltern. Während früher man mit 20 angefangen hat zu arbeiten, fängt man heute mit 25 an und muss in den USA sogar einen Kredit für das Studium zurückzahlen.   

Die „Standard“Kosten der Millenials sind höher

Die Teuerung blieb zwar in den letzten Jahren niedrig, doch die Mietpreise sind vor allem in den Grossstädten gestiegen, dort wohin es Millenials wegen den Jobs hinzieht. Auch die Anforderungen an den Lebensstandard sind gestiegen. Heute gehören Smartphone, PC und Mobilität zur normalen Lebensstandard hinzu. Was früher „Extra“ oder „Luxus“ war, ist heute Standard. Zum Teil sind es die Anforderungen der Unternehmen immer erreichbar und mobil zu sein. Die Kosten für die Millenials sind gestiegen und weil sie länger in Ausbildung sind, haben sie weniger Geld zur Verfügung als ihre Eltern damals. 

Aber auch die Präferenzen haben sich bei den Millenials geändert

Diese 18 Industrien geht es wegen den Millenials schlecht: https://www.businessinsider.com/millennials-hurt-industries-sales-2018-10?r=US&IR=T

Millenials denken anders

Sie sind viel wählerischer und geben sich nicht so schnell zufrieden. Sei es bei der Hochzeit, beim Auto oder beim Haus. Die Häuser sind nicht nur teurer geworden, auch die Ansprüche der Millenials sind gestiegen. Sie haben konkretere Vorstellungen und warten lieber mit dem Kauf, dafür darf das Haus auch ein wenig mehr kosten. Natürlich ist nur von denen die Rede, die überhaupt sich ein Haus leisten können. Da ist das Potenzial für Enttäuschungen das Perfekte Haus zu finden gross. Viele bleiben auf der Strecke und sind unzufrieden, weil sie mit dem Budget kein geeignetes Haus finden können. 

Millenials sind bewusster

Was ich positiv finde, ist die Entwicklung, dass Millenials bewusster geworden sind, als die frühere Generationen. Vielleicht auch wegen der Verfügbarkeit an Informationen und dem Zugriff auf das Internet, die Forschung und die bessere Ausbildung. Heute gibt es viel mehr Umweltbewusste, Vegetarier, Veganer usw. Millenials machen sich Gedanken. Sie hinterfragen auch die „Fakten“ (Leider immer noch zu wenige). Die Welt ist freier geowrden. Die Leute haben mehr Freiheit ihr Leben so zu gestalten, wie sie es für richtig halten (mehr Frauenrechte, Tierschutz, Umweltschutz). Sie sind mehr in der Lage eine eigene Meinung zu bilden und ihre Kreativität frei zu lassen. Die Erziehung ist auch nicht mehr so streng wie früher. Gleichzeitig, mit mehr Möglichkeiten wächst auch die Gefahr der Frustration, weil man oft nicht weiss was man will. 

Es kann auch passieren, dass es manchmal am Ziel vorbeigeschossen wird… Gender-Debatte, falsche sexuelle Belästigungsvorwürfe wegen Geld oder Aufmerksamkeit, Täuschung des Sozialstaates, übertriebener Feminismus, übertriebene Homosexualität. Bitte versteh mich nicht falsch. Ich finde Gleichberechtigung gut und sehr wichtig. Ich glaub etwas, was ich am meisten Hasse ist Ungerechtigkeit.  

Feminismus und Förderung von Chancengleichheit finde ich toll. Nur habe ich das Gefühl, dass die Übertreibung dazu führt, dass ich als Mann in einigen Situationen deswegen diskriminiert werde. Frauen sollen gleich behandelt und nicht bevorzugt werden. Wenn sich 2 gleichqualifizierte für einen Job bewerben, sollten beide gleichviel Chancen haben, unabhängig vom Geschlecht. Mit einer Frauenquote zum Beispiel würden Frauen gegenüber gleich gut qualifizierten Männern bevorzugt werden. Mit Vegetarier oder Veganer habe ich kein Problem und akzeptiere ihre Entscheidung kein Fleisch essen zu wollen. Ich erwarte aber auch, dass sie als Vegetarier akzeptieren, dass ich gerne Fleisch esse. Ich möchte von denen nicht als „Mörder“ beschimpft werden. Es kommt so rüber, dass viele einfach aus Spass oder aus Mode Veganer sind und nicht aus Überzeugung. Die Gender-Leute verstehe ich auch. Sie wollen ihre Sexualität selber definieren wollen, weil sie sich so nicht wohl fühlen. Kein Problem. Aber wenn sie fordern, dass der Weihnachtsmann, Jesus oder ein Neugeborenes geschlechtsneutral sein sollen, finde ich es übertrieben. Die Metoo Bewegung fand ich toll. Frauen sollen nicht belästigt werden. Die Bewegung hat sich aber so weit entwickelt, dass es reicht wenn eine Frau behauptet, ein Mann habe auf ihr Dekoltee geschaut und der Mann wird gefeuert, weil das Unternehmen keine Aufmerksamkeit erregen will. Männer weigern sich allein mit Frauen auf Geschäftsreise oder Mittagessen zu gehen, weil sie Angst haben mit solchen Vorwürfen angeschuldigt zu werden…   

Millenials werden mit Informationen überflutet

Das Internet und der technischer Fortschritt in der digitalen Welt prägen die Millenials. Ihre Eltern wuchsen mit Zeitungen und Fernseher mit 3 Kanälen auf. Heute hat man mindestens 300 Kanäle und das allmächtige Internet ist voll mit Youtube-Videos. Das Smartphone verwendet man um Updates der Bekannten auf Social Media zu checken. Man muss die Menge an Information pro Minute gegenüberstellen, was die Menschen früher hatten und was heute mit dem scrollen an den Smartphones auf einem zukommt. Man scrollt auf einer Social Media Seite und sieht mehrere Nachrichten in wenigen Sekunden. Man sieht nicht nur Nachrichten, sondern auch Reize. Ferien der Kollegen, schöne Kleider der Freundin, Abendessen, Autos und Lifestlye der Influencer. Die Ansprüche werden somit immer höher. Alless muss schöner, stärker, besser, schneller sein. Der Grossteil der Informationen kann gar nicht verarbeitet werden. Weil das Tempo zu schnell ist. Die Aufmerksamkeitsspanne ist heute viel kürzer geworden. Ich denke Millinials wird es auch ziemlich schnell langweilig, weil sie an das hohe Tempo der Information gewöhnt sind. Ich weiss ja nicht, wie es vor 30 Jahren war, aber ich stell mir vor, dass man da noch im Bus aus dem Fenster geschaut hat. Im stillen Örtchen hatte man nichts dabei, man hat öfters ins leere geschaut, oder beim Arzt im Wartezimmer einfach nichts gemacht. Geim Gassi gehen hat man sich auf den Hund konzentriert. So hatte man Zeit alle Informationen zu verarbeiten. Zeit um über etwas nachzudenken. Was man will und was eher nicht. Heute nimmt man überall das Smartphone mit. Auch wenn man eigentlich genug hatte, greift man automatisch in einer freien Sekunden zum Smartphone. Man muss sich mal die Leute anschauen, die in ein Arztpraxis kommen oder im Bus einsteigen. Jeder greift sofort zum Smartphone. Diese „Gewohnheit“ (bessere Bezeichnung wäre Sucht) ist meiner Meinung nach auch einer der Gründe für den steigenden Anzahl an Burnouts. Das Gehirn hat gar nicht mehr diese Pausen um die vielen Informationen zu verarbeiten. Das hohe Tempo, die vielen Informationen und das sich ständige Vergleichen führen zu Zweifel, Verspannungen, Depressionen, Ängste oder Hemmungen.

Was meinst du? Geht es Millenials finanziell schlechter als frühere Generationen? 

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2 Antworten auf „Warum Millenials schlechter dran sind“

  1. Spannender Artikel! Ich gehöre mit meinem 1996 Jahrgang noch knapp in diese Gruppe.

    Ob ich finanziell schlechter aufgestellt bin? Ich weiss es nicht, frag mich in einigen Jahrzehnten nochmals.. 😀
    Ich brauche mittlerweile nicht mehr das neuste Smartphone, ein kleines Occasion Auto reicht mir völlig aus (wohne in einem Dorf) und mein Computer lebt gefühlt ewig.

    Die Informationsflut in der heutigen Zeit ist massiv! Leider konnte ich diese schlechte Gewohnheit noch nicht aus meinem Leben eliminieren. Aber meine Reduktion der Social Media Nutzung ist ein Anfang..

    Grüsse
    Michi

    1. Hallo Michi!
      Freut mich, dass es immer wieder bewusste junge Leute gibt, die ihr Geld nicht immer fürs neuste und coolste Smartphone und Auto ausgeben 🙂

      Die Entwicklung der Smartphone-Sucht ist wirklich beängstigend. Ich war in Asien und dort war es sehr schlimm. Überall liefen die Leute mit dem Smartphone vor der Nase. Ich hoffe die Entwicklung geht bald in die andere Richtung.

      Viele Grüsse

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