Das Januarloch

Das Januarloch ist inzwischen schon ein weit verbreiteter Begriff. Nicht umsonst, denn der Dezember belastet die Haushaltskasse. Viele Geschenke, noch mehr Essen und vielleicht teure Ausflüge und Ferien. Im Januar findet dann eine Ernüchterung statt. Die Feiertage und Ferien sind vorbei, der Kühlschrank ist leer, die Haushaltskasse auch. 

Ich erinnere mich noch gut an den Januar, damals als ich in einem Supermarkt gearbeitet habe. Der Januar war bei den Kunden und auch bei den Mitarbeitern sehr zu spüren. Ich war neben meinem Studium im Stundenlohn als Aushilfe angestellt. Ich arbeitete 40%-50% und verdiente damit gut, doch diesen Monat hat mich meine Chefin nicht für einen Tag eingeteilt. Als ich sie fragte warum ich nicht eingeteilt wurde, sagte sie nur „es ist Januar. Alle Mitarbeiter sind da, keiner ist krank, jeder will arbeiten.“ Die Kunden kamen deutlich weniger und die Mitarbeiter waren alle fleissig da. Jedes Geschäft bestätigt, dass der Januar der schwächste Monat ist.

Denner nutzt das Januarloch-Phänomen sogar um Werbung zu machen und Kunden anzulocken. – Für mich kam es damals dieser Effekt überraschend. Leider war ich damals nicht so sparsam und habe mich auf Einsätze verlassen. Da wurde mir bewusst, dass das Januarloch bei vielen Leuten Probleme bereitet. Besonders viele Temporäre-, Teilzeit- und Aushilfsarbeiter, die schon geringere Einkommen und im Dezember viel ausgegeben haben, müssen im Januar den Gurt enger schnallen. Im Nachhinein bin ich froh über solche Erfahrungen, denn so kann ich meine aktuelle Situation besser schätzen.

Fasten

Nach Weihnachten habe ich den Drang verspürt zu fasten. Dabei will ich nicht auf Essen, sondern auf alles andere verzichten und einen Monat lang nichts ausser Lebensmittel kaufen. Normalerweise haben meine Frau und ich je ca 300,- Franken für unseren persönlichen Ausgaben. Damit kaufen wir Kleider, Bücher, Computerspiele, gehen zum Coiffeur usw. Wie eine Art Taschengeld. Eigentlich ist die 300,- Franken Limitierung ein guter Kompromiss. Je nach finanzieller Situation sind die 300,- viel oder wenig, wir haben uns aber auf 300,- geeinigt und sind damit zufrieden. Wir erlauben uns Shopping und Wunschkäufe, limitieren uns aber, so dass es nicht aus dem Ruder läuft. 

Doch ich habe mich dazu entschlossen, 28 Tage lang nichts für mich zu kaufen. Keine Kleider oder sonstiger Schnickschnack. 

Warum? 

Wir haben uns vor 2 Jahren geeinigt uns nicht mehr an Weihnachten zu beschenken. Nicht um zu sparen, sondern weil wir merkten, dass uns die Geschenke nicht so bedeutend sind und uns es reicht, wenn unsere Tochter beschenkt wird. Ausserdem hatten wir meist keine Wünsche. Dafür haben wir uns geeinigt, dass jeder von uns 200,- Franken Weihnachts-Taschengeld bekommt. Ausserdem habe ich von meinem Arbeitgeber ca 200,- bekommen, so dass ich im Dezember ohne gross zu überlegen Vieles für mich gekauft habe.

Letzter Zeit hat mich auch viel Werbung getroffen und habe viel Zeit damit verbracht, Werbungen anzuschauen. Dabei habe ich Einiges auch gekauft. Meine Frau beklagte sich auch, dass wir viel Zeit in Läden verbringen würden und sie hatte Recht. Ich war nach den Käufen eigentlich auch nicht glücklicher. Ich hatte eher ein wenig schlechtes Gewissen, weil ich einige Sachen auch gekauft habe, die ich nicht unbedingt brauche. Deshalb möchte ich jetzt 4 Wochen gar nichts kaufen und schauen was passiert. Ich betrachte dieses Fasten als Experiment. Ich werde die Werbungen gar nicht öffnen und meine Zeit damit verschwenden. Ich werde keine virtuellen Kataloge durchblättern, lieber lese ich ein Buch oder schaue einen Film. So spare ich mir auch noch die 300,-.

Mir geht es bisschen wie mit dem Essen, wenn man zu viel um die Weihnachtszeit gegessen hat, möchte man ein wenig wieder Pause einlegen und Gesundes essen, um sich wieder wohl zu fühlen. So geht es mit meinen persönlichen Ausgaben. Ich habe mir letzter Zeit zu viel gegönnt und möchte nun strikt eine Pause einlegen. 

Mit dem Fasten erinnere ich mich auch an die Zeit, als der Januar schwierig war. Es wäre vielleicht sinnvoll, wenn nach NoShaveNovember usw. auch ein NoSpendJanuary in Mode käme. Daran hätten aber wahrscheinlich die Kaufhäuser keine Interesse.

Das ganze ist ein Experiment. Ich möchte mich zwingen ein wenig die Zeit besser zu nutzen und dabei auch zu sparen. Ich möchte schauen, ob es mir auch ohne virtuelle Kataloge durchzublättern gut geht und ob ich gut auf diese Zeitverschwendung verzichten kann. 

Hast du auch Erfahrungen mit dem Januarloch? 

Quelle Bilder: 

https://www.persoenlich.com/kategorie-werbung/knackige-spruche-zum-jahresstart 

https://www.toonpool.com/cartoons/Januarloch_34539

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