Bitcoin bleibt – Wie ich Bitcoin falsch eingeschätzt habe

2018 habe ich das erstmals über Bitcoin geschrieben. Dort war der Kurs auf fast 20‘000,-$ gestiegen. Ich dachte damals, dass viele Ponzi Schemes den Preis in die Höhe trieben. Als Währung wäre Bitcoin sowieso nicht geeignet. Zu langsam und zu volatil. Die Hardcore Bitcoin Fans sahen schon das Bankensystem kollabieren und sahen Bitcoin als Allheilmittel. Ich habe dann mit Bitcoin abgeschlossen und auch der Kurs ging deutlich zurück.

Ich lag falsch mit Bitcoin

3 Jahre Später, im April 2021 steht der Kurs bei 60‘000,-$. Elon Musk, der (zweit)reichste Mann der Welt kündigt an, BTC bei Tesla akzeptieren zu wollen. Klar, wenn Bitcoin neue All-Time Highs erreicht, rückt er wieder in den Fokus. Ich habe also nochmals recherchiert und was seit 2018 passiert ist.

Goldman Sachs lag auch falsch

Während Goldman Sachs vor ein Paar Jahren meinte, dass wenn ein Mitarbeiter es nur erwägt Bitcoin als Anlage zu kaufen, wird er gefeuert. Heute sind sie der Meinung, dass Bitcoin in jedem Portfolio mit mindestens 1% gehört.

Was hat sich geändert

2018 war Bitcoin für mich relativ neu und ich sah den Nutzen nicht. Das Argument Bitcoin würde die Weltwährung Dollar ablösen und es sei die beste Währung die es gibt, griff bei mir nicht.

Heute sehe ich Bitcoin nicht als Währung sondern als Vermögenswert. Ähnlich wie Gold. Aber alles digital. Als digitales Gold mit mittlerweile mehrere Hundert Millionen Nutzern. Tendenz steigend. Bitcoin hat auch eine Fanbasis und eine Akzeptanz erreicht, die nicht mehr wegzudenken ist. Auch nicht durch Verbot. Jüngst durch den Hype durch Elon Musk hat die Anlage nochmals an Akzeptanz gewonnen. Es stellt sich die Frage, dass wenn Microstrategy, Tesla, Paypal und Visa, in der Schweiz Digitec und bald Kioske Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren, Universtitäten über Blockchain unterrichten, Grossinvestoren wie ARK Invest, Michael Burry, Goldman Sachs, Black Rock und JP Morgan in Bitcoin investieren, Grafikkarten weltweit ausverkauft sind und alle Gamer nebenbei Kryptos minen, dass dann nach 13 Jahren Existenz und immer wieder neue Allzeithochs doch etwas an Kryptowährungen dran sein kann.

Die Kryptobörsen sind seit 2018 sicherer geworden. Coinbase, Bitpanda aber auch Crypto.com haben durch die KYC erstens regulatorische Auflagen, die sie hinsichtlich der Bekämpfung von Geldwäsche offenlegen müssen und sind durch Sicherheitsvorkehrungen wie 2Factor Authentification sicherer von Hackerangriffen geworden.

Am meisten überzeugt mich, dass Universitäten die Ökonomie von Kryptowährungen unterrichten. Zur Zeit lese ich das Buch meines ehemaligen Professors, die die ökonomische Seite von Kryptowährungen erklärt.

Kryptowährungen haben eine technische, eine kryptographische (mathematische) und eine ökonomische (monetäre Politik) Seite. Da ich technisch nicht sehr versiert bin und Ökonomie studiert habe interessiert mich natürlich die ökonomische Seite. Da gibt es durchaus sehr valide Argumente für die Daseinsberechtigung von Kryptowährungen. In der Schweiz und Europa allgemein haben wir ein sehr gut funktionierendes Geldsystem. Wobei auch die Euro und die monetäre Politik der EZB oft kritisiert wird, ist die Währung und die Kaufkraft stabil. Viele andere Länder auf der Welt, wie zum Beispiel Venezuella oder Argentienen haben in den letzen Jahren mehrere Währungskrisen und Hyperinflation erlebt. Auch einige afrikanische Länder aber auch Griechenland, Zypern, oder weniger liberale Länder mit fehlender Trennung zwischen Politik und Notenbank wären um eine Alternativanlage froh, die sie einfach über ein Smartphone nutzen können. Es geht also nicht umbedingt um eine Ablösung der aktuellen Systeme, aber um eine Ergänzung des Anlageuniversums.

Auch die Kryptographische Seite ist durchaus interessant. Wie werden Transaktionen verschlüsselt, bzw. wie sende öffentlich ich eine Nachricht, die nur der Empfänger lesen kann? Da gibt es assymetrische Verschlüsselungen wobei der Code öffentlich ist, jedoch die Nachricht/das Geld nur durch den Besitzer empfangen werden kann.

Schlussfolgerung

Ich fühle mich unangenehm, dass ich diese Erkentniss erst jetzt, beim Allzeithoch erfahren habe. Als Investor will man bei tiefen Kursen einsteigen. Jedoch bin ich nun von Bitcoin als Anlage (weniger als Währung) überzeugt. Bitcoin bleibt und wird in 5-10 Jahren mehr Wert sein. Ich sehe den „Nutzen“ von Bitcoin wie Gold, nur digital. Gold hat zwar noch einen „Restwert“, weil man Schmuck usw. daraus machen kann, doch Bitcoin hat durch den Netzwerkeffekt und Beliebtheit unter den jüngeren einen deutlich höheren Stellenwert. Die heute 10-20-30 jährige werden in 10-20 Jahren nur noch Bitcoin haben wollen statt Gold.

Bitcoin ist die Mutter alles Kryptowährungen. Es gibt aber auch andere Kryptowährungen mit Potenzial. Ether zum Beispiel hat gegenüber 2018 viele neue Funktionen. Eines davon ist Decentralized Finance. Mich als Investor überzeugt das. Warum? DeFi funktioniert als Bank. Nur effizienter und schneller. Durch Smart Contracts können Teilnehmer Staken oder ausleihen. Banken verdienen ihr Geld durch Zinsdifferenz. Anbieter von DeFi auch. Man legt sein Bitcoin an für 6% oder nimmt ein Darlehen auf für 1-9%. Das wichtige: Es wird Nutzen und Wert geschöpft und! Es wird „Geld“ verdient. Endlich generieren Kryptowährungen Einnahmen und man kann endlich einen Nutzen quantifizieren.

Bin immer noch der Meinung, dass die meisten Altcoins kein Daseinsberechtigung haben. Bitcoin und Ether gehören nicht dazu. Ich denke aber man sollte wenigstens davon gehört haben. Die Situation ist vergleichbar mit der Dotcom-Blase. Das Internet war da, die älteren waren nicht überzeugt. Man wusste, dass die Technologie die Welt verändern wird, man wusste aber damals nicht dass Facebook, Google, Apple und Amazon oder Yahoo oder die 100 andere Internettitel, die heute Pleite sind, in 20 Jahren das Rennen machen würden. Die Gewinner sind heute nicht mehr wegzudenken und treiben die Wirtschaft dominant an.

* Keine Investment-Empfehlung! Keine Anlageberatung! Nur du bist für die Entscheidungen deiner Anlagen verantwortlich.

Bin auch der gleichen Meinung wie JP Morgan, dass Kryptowährungen, hauptsächlich Bitcoin und Ether, auch wenn nur mit 1% in ein modernes Portfolio gehören. Übertreiben muss man aber auch nicht. Alles in Krypto zu investieren ist keine so gute Idee. Vor allem nicht bei den aktuellen Allzeithochs. Für mich passt aktuell, dass ich 10% meines Aktienportfolios in Kryptowährungen, hauptsächlich in Bitcoin und Ether umgeschichtet habe. Man sollte aber nicht mehr investieren, wie viel man bereit ist zu verlieren. Vor Allem in der Kryptowelt sind Einbrüche von -80%/-90% keine Seltenheit.

Ich werde nicht nur ein Teil meines Portfolios in Kryptos investieren. Ich versuche mich mehr mit dem Thema zu befassen. Aktuell lese ich das Buch von meinem ehemaligen Uni Professor. Zeitgleich lerne ich auf Youtube: Coinbureau macht zum Beispiel interessante Videos, ohne eine Investment aufschwatzen zu wollen.

2 Antworten auf „Bitcoin bleibt – Wie ich Bitcoin falsch eingeschätzt habe“

  1. Bitcoin ist vom Tag seiner Entstehung an langfristig eine Totgeburt, auch wenn er derzeit als Spekulationsobjekt extrem gehyped wird. Das Problem ist die Limitierung auf eine fixe Anzahl Bitcoins und die bei Erreichen bestimmter Schürfschwellen erneut halbierte “Belohnung” für die Bereitstellung der Rechenzeit zum Signieren neuer Bitcoin-Transaktionen. Längst sind die Stromkosten, die für die Beglaubigung einer einzigen Transaktion anfallen, so unfassbar hoch, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis nach China (just heute geschehen) auch andere Länder da die Verbotskeule schwingen oder das Ganze totregulieren.
    Andere Crypto”währungen” haben daraus natürlich gelernt und einige von ihnen nicht diesen gravierenden Konstruktionsfehler, jedoch haben ALLE Cryptowährungen den riesigen Nachteil, dass ihr “Gegenwert” einzig und allein darauf basiert, dass eine nach wie vor sehr kleine Randgruppe der Gesellschaft den Notenbanken der klassischen Währungen nicht mehr trauen will.
    Die Spekulationsblase rund um Crypto hingegen ist nichts als das altbekannte Spiel vom “Greater Fool”, wie man es seit dem Mittelalter und der Tulpenblase kennt. In einem LANGFRISTdepot haben Cryptos daher nichts zu suchen, gar nichts.

    Und fürs Protokoll: eine Assetklasse, die mit weniger als 10% gewichtet in ein Depot aufgenommen wird, spielt für die Wertentwicklung des Portfolios nahezu keine Rolle. 1% sind fürs Zocken um ein bisschen Taschengeld nett, nur hat das eben nichts mit Investition zu tun, sondern ist eine Ersatzbefriedigung für jeden, der kein Bock auf das Housedge im Casino hat 🙂

    1. Hallo KauntNull

      Danke fürs Vorbeischauen und für deinen Kommentar.
      Mit den Stromkosten hast du nicht unrecht, bin aber der Meinung, dass auch mit alternative Energiequellen, wie Solarenergie dieser Strombedarf gedeckt werden könnte. Vor Allem wenn die Belohnung hoch genug ist, so wie jetzt, setzt dies ein Anreiz um in alternative Energien zu investieren.
      Einige Länder verbieten Bitcoin, wie China oder Nigeria. Aber richtig verbieten können sie es nicht. China verbietet seit 2017 jedes Jahr Kryptowährungen. Es werden aber auch Länder kommen, die die Adaptation von Bitcoin und Kryptowährungen vorantreiben, so wie El Salvador. Sie werden Bitcoin von Vulcanenergie Minen und statt sich mit US Dollar neu zu verschulden und sich noch mehr abhängig zu machen, minen sie bitcoin. Venezuela, Brasilien und andere Länder stehen schon bereit El Salvador zu folgen. Dann wird wahrscheinlich die Welt in Pro und Contra Bitcoin fallen, aber Kryptowährungen sind nicht mehr wegzudenken. Es ist kein Todgeburt. Bitcoin hat bereits mehrmals -90% an Wert verloren und ist immer für tot erklärt worden. Dann ist er immer auferstanden. Mittlerweile gibt es Bitcoin seit mehr als 10 Jahre. Eine Tulpenblase lebt vielleicht einige Monate. Gerade wegen dem Konstrukt, dass es nur 21 Mio. Stück gibt und dass es all 4 Jahre Halvings gibt, wird Bitcoin als sicher empfunden. Wenn etwas limitiert ist, ist es wertvoll.
      Aber Bitcoin ist ein Wertspeicher, so wie Gold. Ethereum hingegen hat heute schon riesigen Nutzen und nicht nur bei Regierungskritikern. DeFi ist der eine, NFTs und Gaming der andere Nutzen.
      Und fürs Protokoll: 10% bei einem Portfolio von 10’000,- Franken sind 1’000,-. Hättest du 1’000,- vor einem Jahr in Bitcoin oder Ether gesteckt, hättest du jetzt ca. x10 mehr, also 10’000,- plus die 9’000,- die herkömmlich investiert wurden. Aber selbst bei 1% wären das aufs ganze Portfolio gesehen 1’000,- also 10% des gesamtportfolios. Hätte man noch gestaket, wären es noch sogar deutlich mehr.
      Man kann auch Kryptos “traden”, klar. Das ist dann Casino, aber man kann auch Aktien “traden”. Kryptos gehören aber in ein modernes Portfolio.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.