Value vs Fancy Aktien – Ist meine Anlagestrategie veraltet?

Die Frage kam für mich vor Allem in 2020 vermehrt auf. Bitcoin erreicht 24‘000,-, Tesla hat sich in 12 Monaten verzehnfacht. Börsenneulinge, wie Palantir verdreifachen sich in einigen Monaten. Was geht ab und warum bleiben konservative, vorsichtige Anleger auf der Strecke?

Meine bisherige Anlagestrategie = konservativ, buy and hold, Value gerichtet

An der Universität und aus Fachbüchern habe ich meine persönliche Anlagestrategie entwickelt und die sieht wie folgt aus: Ich verfolge einen Buy and Hold Ansatz. Das heisst ich kaufe eine Aktie für die Ewigkeit und möchte sie am liebsten nie mehr verkaufen. Die Aktie suche ich nach strengen Kriterien aus. Sie müssen Branchenführer sein und stetig Cash generieren. Die Gewinne der letzten 5 Jahren müssen eine steigende Tendenz aufweisen. So entdeckt man gute Unternehmen. Schliesslich muss man diese Aktien auch zu einem guten Preis bekommen. Denn das ist der Schlüssel beim Investieren. Dazu sind KGV und KBV gute Richtwerte. So habe ich damals, 2016 zB. BMW gekauft. Die Aktie schien damals sehr günstig (KGV=ca 8). Sie zahlten eine gute Dividende (ca. 5%) und die Aktie schien für mich vielversprechend. Ich habe aber die grüne Welle unterschätzt und die Anpassungsfähigkeit von BMW überschätzt. BMW und übrigens Daimler auch, hätten viel früher auf Elektroautos reagieren müssen. BMW verkauft 10mal mehr Autos als Tesla. Aber Tesla ist 10 Mal mehr Wert als BMW. Das ist/war verrückt. Die Politik hat aber auch die grüne Welle (zurecht) gefördert, wobei mMn von BMW deutlich zu wenig kam. Die Aktie sank auch 2016 von ca 90 auf unter 50 EUR. In den letzten Wochen kam eine Gegenbewegung, denn es scheint tatsächlich so, dass nach 5 Jahren auch BMW kapiert hat, dass die Kunden und die Politik Elektroautos fördern wollen. Der Kurs hat sich wieder auf ca. 75 erholt.

Während ich also in konservative Werte wie BMW investiere (aktuell knapp in Minus, wobei ich im März teilweise fast -50% in Minus war), gehen überbewertete Aktien wie Tesla, Amazon, Netflix, Snap, etc. durch die Decke. Von den Chipherstellern hatte/habe ich Qualcomm auf den Radar. Bewertung und Dividende waren fair. Die Entwicklung war mit 120% seit 2017 auch sehr gut. Aber AMD, Nvidia waren damals deutlich höher bewertet und sie schnitten in den letzten Jahren trotzdem deutlich besser ab (Nvidia ca. 400% seit 2017).

Während also Investoren, die professionell und konservativ Aktien bewerten eine bescheidene Performance erzielen, lassen Millenials und „fancy“ Investoren die Profis alt aussehen. Ich habe schon von 2 Youtubern gehört, dass sie in Bitcoins investiert haben und das Geld verfünffacht haben. Dann in Tesla rein und raus in ein paar Monaten nochmals das Geld vervierfacht. Der andere Youtuber erzählte, dass er zuerst mit Beyond Meat, dann mit Tesla sein Geld vervielfacht hat. Dann hat er sich eine Wohnung mit dem Geld gekauft. Klar, da spielt der Survivorship Bias eine Rolle. Das heisst, nur die Gewinner können erzählen wie einfach das ist. Viele, die ihr Geld so verloren haben, schweigen und es entsteht der Eindruck, dass alles so einfach ist. Trotzdem gab es mir zu denken.

Über Tesla habe ich im Juni 2019 geschrieben. Damals ist der Kurs von 350$ auf unter 200$ gesunken (vor Aktiensplit 2020). Da schrieb ich, dass ich nicht an Tesla glaube, aber wer daran glaubt, kann jetzt günstig einsteigen. – Hätte ich doch meine super BMW Beteiligung verkauft und Tesla gekauft… Ohh…. – Peter meinte im Kommentar damals, dass er das Risiko in Kauf nimmt. Wie Recht er hatte… Der Kurs stieg auf 1600,-. Hat sich also verachtfacht. Dann kam der Aktiensplit. Für jede Aktie bekam man 4 neue Aktien. Der Kurs hat sich auch /4 geteilt, also auf 400. Bis Ende 2020 legte der Kurs nochmals auf knapp 700 zu. Nochmals ca. 75% seit dem Aktiensplit. Das wäre also eine verZWÖLFfachung bei einem Einstiegskurs von 200$ damals. Das alles innerhalb von 18 Monaten. Bravo Peter von Dreigroschenblogger, ich hoffe du hast die Aktien behalten.

Warren Buffet sagte mal, dass er nichts will, was „fancy“ ist, sondern etwas, das stetig langweilig Gewinne abwirft. Bisher konnte ich mich mit dem Ansatz aus Überzeugung zu 100% identifizieren. Auch wenn einige Techwerte aus meiner Sicht ohne Grund durch die Decke gingen, war ich der Meinung, dass langfristig die konservative, zeitlose Anlagestrategie am besten ist.

Nun frage ich mich, ob diese Strategie, in der Zeit von Robinhood Trader, vollkommene Digitalisierung, Nullzinspolitik, TINA und FOMO noch Zeitgemäss ist. Oder bin ich einfach geblendet und werde zu gierig?

Es ist sehr gewagt, die Anlagestrategie von Warren Buffet zu hinterfragen, denn seine Strategie scheint zeitlos zu sein und so häufte er sein Vermögen währen ca 70 Jahren auf. Ausser Apple hat er aber keinen der grossen Techwerte im Depot. Apple habe ich ähnlich wie Warren Buffet, 2016 gekauft. Apple ist bei mir klassenbester mit ca 300% Gewinn. Damals war Apple bereits Branchenführer und generierte sehr viel Cash. Die Bilanz war und ist immer noch sehr solide und die Bewertung war damals mit einem KGV von 12 sehr fair. Dieser Kauf passte also auch zu den Kriterien von Buffet. Aber kein Amazon, Google, Netflix, schon gar kein Tesla.

Was mich überrascht hat, war, dass in der Corona-Crash im März/April 2020, Buffett nichts nachgekauft hat. 0. Von Bitcoin hält Buffett, so wie ich, nichts. Er hat sich von der Reisebranche mitten in der Krise getrennt. Als die Aktien deutlich ins Minus rutschten. Danach erholten sich die Titel und Buffett wurde kritisiert, dass er und sein Ansatz vielleicht schon veraltet sind.

Die Kernfrage ist also, ob dieser Value Ansatz, den Warren Buffett und ich verfolgen, heute und in der Zukunft noch Daseinsberechtigung hat.

Oder ob mit der Digitalisierung und Zugang zu OnlineBrokern wie RobinHood und VIAC und andere Fintechs und in der Zeit der Nullzinspolitik diese Strategie nicht mehr so Gewinnbringend ist. In der Nullzinspolitik, in der wir uns seit 2008 aber verstärkt seit 2015 befinden, werden zukünftige Gewinne mit einem kleineren Zinssatz abdiskontiert. Konkret bedeutet es, dass am Markt ein höheres KGV akzeptiert wird. Anleihen bringen keine Rendite, deshalb sind Aktien bei grossen Instituten und Pensionskassen alternativlos (There Is No Alternative = TINA). Steigt eine Aktie stark an, so wie bei Tesla, haben alle Angst den nächsten Google zu verpassen und investieren trotz Bedenken in solche Werte (Fear Of Missing Out = FOMO). Es gilt auch die Theorie, dass Robinhood-Trader und Optionsstrategien für die Auferstehung und danach Übertreibung der Aktienkurse in April/Mai 2020 verantwortlich waren. Diese junge Trader steigen gehebelt in „fancy“ Titel rein und treiben die Kurse auf schwindelerregende Höhen. Die Akteure sind junge, gelangweilte Studenten, die wegen Corona Zuhause sitzen und halbwegs mitbekommen haben, dass die Aktien jetzt günstig sind. Dass diese Trader Aktienanalysen betreiben, wage ich zu bezweifeln. Ich bezweifle aber auch, dass allein RobinHood Trader, mit ihren paar Tausend USD für die Hausse im Frühling verantwortlich waren. An den Märkten müssten sie grosse Institute wie Hedgfonds, Staatskassen wie Norwegen und Pensionskassen mit mehreren Milliarden USD Vermögen „überbieten“ sprich mehr kaufen, als Akteure verkaufen. Das bezweifle ich. Die Tatsache aber, dass mehr junge Leute durch Onlinebroker und Digitalisierung und vielleicht auch mehr Interesse in Aktien investieren, darf nicht vernachlässigt werden.

Bitcoin ist eine Sache für sich. Es hat auch was „gegen das Bankensystem“ und wurde aus Trotz gegen die Notenbanken erschaffen. Deshalb zieht es auch Rebellen und Kriminelle an. Bitcoin hat keinen inneren Wert, deshalb kann man es auch nicht bewerten. Fiatgeld hat zwar auch keinen Inneren Wert, wir vertrauen aber in das System, das wie ich finde, recht gut funktionert. Mit Bitcoin kann ich nicht beim Coiffeur zahlen, aber mit Fiatgeld schon. Ich zahle seit 5 Jahren den gleichen Betrag. Mein Lohn hat ungefähr die selbe Kaufkraft wie vor 1 Jahr. Das gibt Stabilität. Würde ich mit Bitcoin zahlen, würde ich einmal 40 Franken zahlen und das nächste Mal 200 Franken. Das ist für mich nicht stabil und es ist zwar super wenn ich mein Geld verfünffache, wenn es aber in die andere Richtung geht, finde ich es nicht mehr so toll. Bitcoin halte ich nicht für ein stabiles Zahlungssystem. Es ist also ein Spekulationsobjekt, aber die Leute glauben so fest daran, dass nun auch Banken und sogar Notenbanken angefangen haben auf das Krypto-Hype aufzuspringen und die Kunden solche Produkte anbieten. Nicht aus Überzeugung. Die Banken wollen aber auch mitverdienen. Die Blockchain-Technologie mag die Zukunft sein, aber das heisst nicht automatisch, dass der Bitcoin das einzig Wahre sein wird.

Trotzdem ist es heute so, dass Bitcoin ins Portfolio eines Anlegers gehört. Es wird als Gold 2.0 beworben und der Bitcoin Kurs notiert heute, nachdem er in der Corona-Krise unter 5000 gestürzt ist, mittlerweile bei 24‘000 $. Während ich diese Zeilen schreibe klettert der Kurs um weitere 7% auf 25‘800… Und am nächsten Tag steht der Kurs bereits weitere 11% höher bei 27‘300,-… Wahnsinn

IPOs und Snowflake

Namhafte Investoren, wie Buffett oder der legendäre André Kostolany haben IPOs verteufelt. Sie erklärten immer, dass nur das Unternehmen und die Banken daran profitieren.

Dieses legendäre Interview mit Andre Kostolanyi von 1998 könnte von heute sein. Kurz zusammengefasst sitzt Andre Kostolanyi neben Gerhard Schmid (Inhaber von Mobilcom) und erklärt, dass der neue Markt (IPO‘s – dh öffentlicher/privater Zugang zu Unternehmensbeteiligungen (Aktien)) Betrug sei, weil der Kurs gestützt wird. Kostolanyi wird ausgelacht und wie ein seniler Opa behandelt. Gerhard Schmid versucht zu erklären, dass sein Unternehmen sehr erfolgreich ist. Der Kurs hat sich seit dem IPO verzwanzigfacht. Kostolanyi verstarb leider 1999 und bekam gar nicht mehr mit, dass er, der senile Opa recht hatte. 2001/02 platzte der Dotcom Blase und 2003 beantragte Gerhard Schmid Privatinsolvenz. Die Mobilcom Aktie sank auf unter 1 EUR.

Was würde also Kostolanyi heute zu den Kryptowährungen, IPO‘s und Teslas sagen? Sind wir heute vor einer erneuten Dotcom Blase?

Ich denke nicht. Wir haben heute andere Voraussetzungen als 1998. Damals war man vom Internet und Google, Ebay, Yahoo begesitert. Praktische Anwendungen gab es aber keine. Es wusste keiner, wie sie Geld damit verdienen werden. Die Kurse gingen durch die Decke, nur weil im Namen ein „Internet“ stand (da sehe ich Analogien zur Kryptohype heute). Heute erwirtschaften Google und Facebook riesige Gewinne. Mobilcom hat sich danach auch erholt und stieg bis 2007 wieder auf 20 EUR bis sie mit Freenet fusionierten. Freenet gibt es auch noch heute. Es waren also nicht die neuen Unternehmen mit ihren IPOs Schuld an der Dotcom Blase. Die Euphorie und die Fantasie waren einfach höher, als die Entwicklung zu der Zeit tatsächlich war. Heute wissen wir, dass wenn wir damals Google und Microsoft gekauft hätten, wären wir heute Millionäre.

Facebook, Netflix, Snap sind weitere erfolgreiche IPO‘s. Facebook gibt es bereits seit mehr als 10 Jahren. Aber allein im Jahr 2020 fanden viele weiteren erfolgreiche IPOs statt: Palantir, Airbnb, Unity und Snowflake.

Warren Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Headaway war im Herbst in den Schlagzeilen, weil sie früh, vor dem IPO in das Unternehmen Snowflake eingestiegen sind. Es waren 250 Mio. USD. Scheint viel zu sein, aber Buffet hat einen Cashbestand von 145.7 Mia. USD. Das ist wie wenn du Bargeld in Höhe von 145‘700,- USD hättest und du würdest dich für 250,- USD in ein Unternehmen beteiligen. ABER, es ist was komplett Neues, das Buffett (womöglich schon seine nachfolger, denn Buffett ist 90 Jahre alt), gemacht hat. Er hat in ein IPO investiert. Viel zu verlieren hatte er wahrscheinlich nicht, denn es war klar, dass wenn es herauskommt, dass er und seine Firma in Snowflake investiert, die Aktie nach dem IPO durch die Decke geht. So kam es auch. Nach dem IPO hat sich der Kurs am ersten Tag verdoppelt (So auch übrigens bei Airbnb). Buffett hatte für 120$ Pro Aktie zugekauft. Ende 2020 kostet eine Aktie 330$.

Als Facbook an die Börse kam, wusste auch keiner, wie sie Geld verdienen würden. Deshalb liessen professionelle Anleger auch die Finger davon. Heute wissen wir, dass Instagramm, Facebook und co sehr wohl Geld verdienen können. Mit Werbung und mit dem vermutlichen Rohstoff der Zukunft = persönliche Daten.

Vielleicht denkt Berkshire Hathaway auch, dass die Zeiten sich geändert haben und das Cloudgeschäft zwar nichts fasssbares, aber ein hochmargiges Geschäftsfeld ist, mit dem sich gut Geld verdienen lässt. Die Kosten sind relativ gering, die Erträge lassen sich aber grosszügig erweitern.

Value oder Fancy

Ich stelle mir also die Frage wie ich mit diesen Beobachtungen umgehe. Bleibe ich beim Warren Buffett Ansatz, der vielleicht veraltet ist, oder konzentriere ich mich mehr auf „fancy“ Spekulations-Aktien, die sich nicht berwerten lassen, aber astronomisch abgehen.

Bisher hielt ich mich fast nur an den Value Ansatz. Ich denke aber, es ist tatsächlich so, dass sich die Zeit wandelt und wenn man nicht dynamisch mit der Entwicklung der Zeit mitgeht, bleibt man stehen.

Ich habe in den letzten 5 Jahren beobachtet und bewusst keine Spekulationstitel wie Bitcoin oder Tesla gekauft. Das war ein Fehler. 2017 hörte ich zuerst ausführlich von Bitcoin. Da kam ein Experte zu uns ins Unternehmen und hat über Blockchain und Bitcoin erzählt. Er wollte überhaupt nicht Bitcoin bewerben. Es ging eher um Blockchain und wie das unser leben verändern wird. Damals war der Kurs bei 3‘000,- USD. Über meine entgangene Tesla-Chance habe ich bereits erzählt.

Heute denke ich, dass wenn ich 10 verschiedene solche „Fancy“ Titel kaufe, dann werden sicher 2-3 davon abschmieren und vielleicht verliere ich mein Geld. Das kann aber auch mit scheinbar guten Werten wie BMW, Wirecard – oder im Fall von Buffett mit Kraft-Heinz passieren (Vor 40 Jahren war Kraft Heinz eine gute Anlage, Buffett hat auch viel damit verdient. Vielleicht ändern sich aber die Zeiten). Von den 10 Werten werden aber Einige sich verfielfachen, so wie Tesla, Netflix, Palantir oder Bitcoin. Diese Gewinne werden die Verluste deutlich kompensieren.

Ich werde nicht den Kopf verlieren und meine Anlagestrategie komplett umkrempeln. Ich werde aber zukünftig vermehrt in Spekulationsobjekte investieren. Und zwar sofort wenn ich das erste Mal von etwas höre. Dann hätte ich Bitcoin bei 3’000,- gekauft, Tesla bei 200,- und Relief Therapeutics am 07.04.2020 bei 0.06 Franken – Der Aktienkurs ist von 0.001 Franken in wenigen Tagen auf 0.06 Franken gestiegen (6000%). Relief erreichte danach im August 0.70 Franken und notiert heute bei 0.37 Franken. Es muss aber schon etwas sein, in dem ich wenigstens ein wenig Fantasie sehe. Nicht so wie bei Wasserstoffaktien, P2P, oder Dogecoin. Bei Snowflake habe ich auch versucht einzusteigen. Am ersten Tag lag aber der Kurs bereits bei 240. Viel zu viel, dachte ich. Heute, nach nur 2-3 Monaten liegt der Kurs bereits bei 330.

Bei Palantir konnte ich – im Nachhinein glücklich gut einsteigen. Palantir ging die ersten paar Wochen nicht durch die Decke, sondern blieb beim IPO-Preis bei rund 10,- USD. Ich bin bei 9.92 eingestiegen. Der Kurs hat sich in 30 Tagen aber bereits verdreifacht. Ohne gross zu analysieren (die Zahlen kann man eh nicht zur Bewertung verwenden), habe ich einfach zugekauft. Auch bei Airbnb habe ich nach dem IPO zugekauft. Der Preis hat sich aber gleich am ersten Tag, noch vor dem öffentlichen Handel verdoppelt. Zwar bin ich von Airbnb nicht so überzeugt, denn sie sind schon so hoch wie Hotel.com bewertet und besitzen keine Liegenschaften. Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Kurs sich verX-fachen wird, denn das Geschäftsmodell von Airbnb ist nicht so unendlich erweiterbar wie zB von Snowflake, oder Palantir. Vielleicht wird aber Airbnb beflügelt, wenn die Pandemie (hoffentlich früher als später) vorbei sein wird. Der „fancy“ Faktor bei Airbnb ist aber ebenfalls hoch und sehe das Unternehmen in 5-10 Jahren immer noch im Hoch.

Fazit

Es kann auch sein, dass wir uns in eine grosse Blase befinden und dass die zeitlose Value-Strategie langfristig tatsächlich die bessere sein wird. Ich glaube eher, dass es in der heutigen Zeit andere Ansätze zur Bewertung braucht. Solche Ansätze sind mir aber nicht bekannt. Vor Allem aufgrund der Digitalisierung, wo die persönlichen Daten nicht monetarisiert bewertet werden können, versagen aktuelle Bewertungsmodelle. Es braucht also logisches Denken und der nötige Bauchentscheid um Aktien heutzutage auszusuchen. Gleichzeitig herrscht eine Liquiditäts-schwemme, vorangetrieben durch die Zentralbanken und die Nullzinsen. Das heisst Aktien sind alternativlos und der Manager, der durch Robin Hood Trader alt aussieht, muss sich erklären, warum er Tesla nicht gekauft hat.

Ich kann also Aktien konservativ bewerten und analysieren und zum Schluss kommen, dass BMW, oder Kraft-Heinz attraktiv sind. Die Kurse können dort aber genauso crashen, wie bei Spekulationstiteln. Oder ich kann den „Fancy“ Faktor folgen, Palantir, Bitcoin und Tesla kaufen. Einige davon werden langfristig ebenfalls crashen, aber andere werden sich verfielfachen und dessen Gewinne werden die Verluste kompensieren.

Aufgrund der aktuellen Situation passe ich also meine Strategie leicht an und investiere auch in Unternehmen, die sich nach aktuellen Bewertungsansätzen nicht plausibel analysieren lassen. Ich achte aber weiter auf Diversifikation nach Region, Branche und Währung. Ich denke der Anteil an „fancy“ Aktien sollten aber 50% des Aktienportfolios nicht überschreiten.

2 Antworten auf „Value vs Fancy Aktien – Ist meine Anlagestrategie veraltet?“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.